Barrierefrei bauen 2026: DIN 18040, Förderung und Wertstabilität

Bodengleiche Dusche mit Glasabtrennung, Regenduschkopf, Sitzbank aus Holz und Ablagenische in einem hellen Bad

Zuletzt aktualisiert: April 2026 | Autor: Ever Energy Home, Massivhausbau in Berlin und Brandenburg. Teil der Ever Energy Group, seit 2007 am Markt.

Barrierefreiheit ist 2026 kein Sonderwunsch mehr, sondern Standard. Der demografische Wandel und steigende Nachfrage machen barrierefreie Häuser zu wertstabilen Investitionen. Dieser Beitrag zeigt, was DIN 18040 vorschreibt und wie sich der Aufwand begrenzen lässt.


Das Wichtigste in 30 Sekunden:
– DIN 18040-2: Barrierefreiheit im Wohnungsbau
– Mehrkosten: 2 bis 5 % gegenüber Standard
– Wertstabilität: barrierefreie Häuser verkaufen sich besser
– Pflegekasse: bis 4.000 € pro Baumaßnahme (§40 SGB XI)
– KfW 159 für spätere Umbauten


DIN 18040-2: Die Norm für barrierefreies Wohnen

Die Norm unterscheidet:

  • Barrierefrei nutzbar: Grundstandard (B)
  • Rollstuhlgerecht (R): Erweiterter Standard für Rollstuhlnutzung

Viele Landesbauordnungen verweisen auf DIN 18040-2 als Pflichtstandard für bestimmte Gebäudetypen.

Kernanforderungen

Bewegungsflächen:
– Allgemein: 120×120 cm
– Rollstuhl (R): 150×150 cm

Türen:
– Lichte Breite mindestens 80 cm, besser 90 cm
– Türschwellen höchstens 2 cm
– Drücker in 85 cm Höhe

Bad:
– Bodengleiche Dusche (R: 150×150 cm Bewegungsfläche vor/in der Dusche)
– Haltegriffe möglich (Wandverstärkung vorsehen!)
– WC mit Bewegungsflächen 90 cm seitlich (R: 150 cm)

Zugänge:
– Schwellenloser Hauseingang
– Rampe max. 6 % Neigung, 120 cm Breite
– Aufzug, wenn mehrgeschossig (optional bei EFH)

Bedienelemente:
– Schalter/Thermostate in 85 cm Höhe
– Steckdosen 40 bis 105 cm
– Beleuchtung blendfrei

Bungalow als ideales Format

Der Bungalow erfüllt DIN 18040 fast zwangsläufig: alle Räume auf einer Ebene, keine Treppen, leicht schwellenlos zu bauen. Mehrkosten zu Standard-Bungalow nur 2 bis 3 %.

EFH mit zwei Geschossen: Erdgeschoss barrierefrei

Bei mehrgeschossigem EFH empfiehlt sich:
– Erdgeschoss komplett barrierefrei (Schlafzimmer + Bad im EG)
– Treppe mit Lift-Option (Lift-Zugang als Wandverstärkung)
– Obergeschoss Standard

Das spart Kosten, lässt aber die Option einer späteren Lift-Nachrüstung offen.

Mehrkosten

Standard-EFH 150 qm EH40 QNG: 480.000 €
Mit Barrierefreiheit im EG: 495.000 bis 510.000 € (+3 %)
Vollständig barrierefrei (Bungalow): 495.000 bis 500.000 €

Die Mehrkosten konzentrieren sich auf:
– Größere Badezimmer (Fläche)
– Wandverstärkungen für Haltegriffe
– Bodengleiche Duschen
– Breitere Türen und Bewegungsflächen
– Lift-Vorbereitung (optional)

Förderung

Neubau

KfW 297/298 (Klimafreundlicher Neubau): DIN 18040 ist Teil des QNG-Siegels. Mehrkosten praktisch förderfähig.

Nachrüstung

KfW 159 „Altersgerecht Umbauen“: Kredit bis 50.000 €, bei Selbstnutzung und Vermietung.
Pflegekasse (§40 SGB XI): Wohnumfeldverbesserung bis 4.000 € pro Baumaßnahme bei Pflegegrad.
§35a EStG: 20 % des Handwerker-Lohnanteils (max. 1.200 €/Jahr) steuerlich absetzbar.

Wertstabilität

Makler-Daten 2024: Barrierefreie EFH in Brandenburg erzielen beim Wiederverkauf durchschnittlich 4 bis 8 % höhere Preise als Standard-EFH gleicher Größe. Gründe:
– Größere Zielgruppe (Senioren, Familien mit Einschränkungen)
– Regulatorische Entwicklung (zukünftig mehr Pflicht)
– Geringere Risiko-Abschläge durch Finanzierer

Sicherheitstechnik für Barrierefrei-Haushalte

Wohnraum für Senioren oder eingeschränkte Personen profitiert besonders von:
– HelpMeButton mit Leitstellenaufschaltung
– Alarmanlage mit Fernbedienung (große Tasten)
– Rauch-/Wasser-/CO-Melder vernetzt
– Videogegensprechanlage am Eingang

Details im Fachartikel Einbruchschutz für Senioren 2026.

Im Hausbau+ ist dieses Paket serienmäßig.

Kombination mit Energie-Standard

EH40 QNG + DIN 18040 + §7b: Wer neubaut, kann alle drei Förderschienen kombinieren. Siehe Energieeffizient bauen 2026, EH40 QNG im Detail.

Rechnungsbeispiel Bungalow 130 qm

Position Kosten
Bungalow EH40 QNG 395.000 €
DIN-18040-Mehrkosten 10.000 €
Grundstück Brieselang 600 qm 200.000 €
Außenanlagen, Rampe 30.000 €
Gesamt 635.000 €
Förderung KfW 297 −150.000 € (zinsgünstiger Kredit)

Typische Fehler

  • DIN 18040 nur auf Papier: in Ausführung oft kleine Kompromisse, später teuer.
  • Haltegriffe nachrüsten ohne Wandverstärkung: funktioniert nicht.
  • Bad zu klein geplant: 150×150 cm Bewegungsfläche ernst nehmen.
  • Schwelle am Ausgang: vorbereiten mit Absatzlösung.

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Häufig gestellte Fragen

Kostet Barrierefrei viel mehr?
2 bis 5 % Mehrkosten. Amortisation durch Wertstabilität meist vollständig.

Gibt es Förderung für Neubau?
Indirekt über KfW 297 (QNG berücksichtigt DIN 18040).

Ist der Bungalow immer barrierefrei?
Fast, aber nicht zwangsläufig. Bodengleiche Übergänge und ausreichende Bewegungsflächen gezielt planen.

Wie groß sollte das Bad sein?
Mindestens 5 qm, für R-Standard 7 bis 8 qm.

Was heißt „bodengleiche Dusche“?
Keine Schwelle, Abfluss in Bodenhöhe, rollstuhlbefahrbar.

Kann ich den Lift nachträglich einbauen?
Ja, bei vorbereitetem Wandverstärkungs-Bereich.


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